Intellektuelles und kulturelles Übungsfeld für den Erwerb von Schlüsselqualifikationen

Alte Sprachen und Geschichte
Die Vergangenheit ist die Lehrmeisterin des Lebens.
Daran erinnern wir uns und andere. Wir blicken zurück, um die Gegenwart zu begreifen und die Zukunft zu gestalten.






Latein und Altgriechisch
Ein lebendiger Dialog mit der europäischen Kultur in DEN Sprachen humanistischer Tradition! Wir haben gute Gründe für Latein und Altgriechisch!
Der altsprachliche Unterricht
Ausgangspunkt überzeitlicher Grundfragen menschlicher Existenz zur Orientierung für eigenes Handeln und eigene Wertvorstellungen
Zugang zu den Wurzeln der geschichtlichen Einheit Europas und zum Verständnis kultureller und geistiger Grundlagen der Gegenwart
Weg zum vertieften Verstehen von Sprache an sich, von Text und Gestaltung sowie deren Macht in der Kommunikation
Verstehen der Konzeption unserer Welt, ihrer Werte und Ideen

Latein
Alle unsere Schülerinnen und Schüler lernen am Johanneum von Klasse 5 bis 10 Latein und können damit das Latinum nach Klasse 9 und das Große Latinum nach Klasse 10 erreichen.
Lateinunterricht bedeutet
Modell des Funktionierens von Sprache
Muttersprachliche Semantik-, Grammatik- und Syntaxlehre
Vereinfachte Wortschatzarbeit im Englischen
Basiswissen zum leichteren Erlernen romanischer Sprachen
Lektüre von Originaltexten von z.B. Cicero, Ovid, Seneca oder den Carmina Burana und deren Interpretation
Geschichte, Alltagsleben, Mythologie der Römer mit Transfer auf unsere Gegenwart
Altgriechisch
Alle unsere Schülerinnen und Schüler lernen am Johanneum von Klasse 8 bis 10 Altgriechisch und können das Graecum nach Klasse 11 erreichen.
Griechischunterricht bedeutet
Basiswissen der europäischen Kultur (z.B. Mythologie, Olympia, Theater, Demokratie)
Philosophische Fragen: Mensch im Mittelpunkt
Europäische Prototypen der Philosophie, Poesie und Historie durch Lektüre der Originaltexte von z.B. Platon, Herodot, Homer und Euripides
Fremdwortlehre für Muttersprache und Fachsprachen
Geschichte und Erinnerungskultur
In Klasse 6 bis 10 und in der Oberstufe (Profilfach im Altsprachlichen Profil)
Geschichtsunterricht bedeutet
Geschichtsbewusstsein, Selbstbewusstsein und politische Handlungsfähigkeit
Handlungs-, Erlebnis- und Problemorientierung
Grundwissen über 1: Menschen der Ur- und Vorgeschichte und die Hochkulturen Ägypten, Hellas und Rom, 2: Mittelalter und Neuzeit: Europa vom Absolutismus bis zur „sozialen Frage“, 3: Die jüngere deutsche Geschichte und globale Entwicklungen des 19. bis 21. Jahrhunderts
Analyse, kritische Diskussion und eigenständige Quellenarbeit
Kooperation mit der Universität Hamburg und dem Staatsarchiv
Bewusste und aktive Auseinandersetzung mit Geschichte in verschiedenen Projekten und Wettbewerben (z.B. Stolperstein-Projekt, Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten)
Humanismus leben und gestalten – Projekte von Klasse 5 bis 11
Was ist Humanismus überhaupt? Was bedeutet er für mich? Inwiefern ist er ein Wert? Was bedeutet es, an einem humanistischen Gymnasium zu lernen?
Jedes Jahr im Mai, dem Geburtstagsmonat der Gelehrtenschule des Johanneums, heißt es: Humanisten machen Humanismus – und das mit Buch, Barett und Bugenhagen.
Alle unsere Schülerinnen und Schüler widmen sich dann einem besonderen Projekt: In Jahrgang 5 und 6 steht dieses unter der Überschrift ‘Bilder und Vorbilder’. In einem Jahr füllen die Schülerinnen und Schüler nach dem Vorbild des leidenschaftlichen Entdeckens und Sammelns der großen Humanisten Wunder- und Kunstkammerregale mit ihren gezeichneten Lieblingsgegenständen und stellen sich damit den Fragen: Was habe ich besonders gern? Was brauche ich und warum? Wo, wie und mit wem lebe ich, lebe ich gut?
In unserer Humanistengalerie begegnen sie im anderen Jahr dann den (Vor-)Bildern unserer humanistischen Schule und lernen die Viri illustres wie Petrarca, Erasmus und Melanchthon sowie mit ihnen die Anfänge des Humanismus kennen. Nach ihrem Bild schaffen sie schließlich von sich selbst eines, ein Humanistinnen- und Humanistenbild für unsere Galerie.
Die Jahrgänge 7 und 8 tauchen in einem Jahr tiefer in die Biografien großer Forscher und Entdecker wie Gutenberg, Kopernikus, Magellan und Kolumbus ein und erarbeiten sich die Kulturepochen Renaissance und Aufklärung als Bewegung eines neuen Denkens im Neu-Humanismus. In selbst kreierten Spielen und Podcasts öffnen sie anderen den Blick für die Errungenschaften dieser Epochen.
In einer großen Rallye zu den ‚Hotspots‘ der Hamburger Reformation Rathaus, Domplatz, St. Petri und St. Jacobi vertiefen sie im anderen Jahr außerdem den Zusammenhang zwischen Humanismus, Reformation und Johannes Bugenhagens Schulgründung in Hamburg, unserem Johanneum.
Inwiefern ich für mich und mein Handeln, aber auch für andere Menschen mit verantwortlich bin, ist die zentrale Frage in unseren Projekten der Jahrgänge 9, 10 und 11: In Jahrgang 9 und 10 steht die Auseinandersetzung mit dem ‘Tätertum” im Nationalsozialismus im Mittelpunkt; praktisch wird diese für diejenigen, die zusammen mit der Kriegsgräberfürsorge auf dem Ohlsdorfer Friedhof nicht nur auf Spurensuche gehen, sondern eben auch Kriegsgräber reinigen. Der 11. Jahrgang unternimmt eine Stadtführung zu historischen wie brandaktuellen gesellschaftlichen Fragen und solchen des Miteinander-Lebens in der Großstadt. Menschenrechtsverletzung und Demokratiegefährdung, anschaulich gemacht z.B. am KZ Neuengamme, am Hamburger Kolonialismus oder der Gentrifizierung auf St. Pauli, sind so für unsere Schülerinnen und Schüler nicht mehr nur Phänomen, sondern werden für sie auch Problem des Menschseins und Aufforderung zum Handeln. So wird der Humanismus als Grundlage menschlicher Moral begriffen.
Lebendiges Denkmal seit 1914
Am Johanneum lernen, lehren und leben wir in einem Denkmal.
Fritz Schumachers markanter Rotklinkerbau in der Maria-Louisen-Straße war nicht nur Lieblingswerk des großen Hamburger Baudirektors selbst, sondern auch wir lieben unser denkmalgeschütztes Schulhaus von 1914. Einige Schülerinnen und Schüler aus Jahrgang 6 bis 12 kennen jeden Winkel im Altbau, vom Kriechkeller bis zum Observatorium, sowie die lange Geschichte des Johanneums und der Johanniter seit 1529 an den drei Standorten von Rathausmarkt über Speersort bis Winterhude und sie führen alle interessierten Gäste durch unser Denkmal Johanneum, insbesondere wenn wir zum Tag des offenen Denkmals Anfang September traditionell unsere Schultüren öffnen.
Im Projekt Denkmal Johanneum betreuen die erfahreneren Schülerinnen und Schüler als Coaches die neuen Denkmalführerinnen und -führer.
Kontakt
Weimarreise in Jahrgang 10
Erste deutsche Staatsverfassung, Anna Amalia, Goethe und Schiller, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt und Friedrich Nietzsche, Walter Gropius, Bergbau und Bauhaus, Weimarer Klassik und Weimarer Republik, Buchenwald und Wartburg (im nahegelegenen Eisenach), Weimarer Land und Thüringer Wald – jedes für sich rechtfertigt eine Reise nach Weimar, alles zusammen macht Weimar zu einem einzigartigen Bildungsreiseziel – und für uns die Reise dorthin in jedem Herbst zu einem Pflichtprogramm für Jahrgang 10.
Studienreisen in Jahrgang 12
Auf den Studienreisen zu Beginn des 12. Jahrgangs nach Griechenland, Italien oder in andere Länder des einstigen Imperium Romanum wird Antike zum “Lokaltermin”: Indem jeder und jede unterwegs die Aufgabe eines Reiseführers durch ein Museum oder eine antike Stätte oder die eines Experten für das moderne Griechenland bzw. Italien übernimmt, wird das im altsprachlichen und Geschichtsunterricht erworbene Wissen über die Antike neu verortet, werden die großen Kulturleistungen der Griechen und Römer selbst erwandert und erlebt und in ihrer Bedeutung für Europa und damit für die eigene Identität jetzt umfassend verstanden.
Nicht zuletzt sind die Studienreisen aber nicht nur ein prägendes Bildungs-, sondern auch ein wichtiges Gemeinschaftserlebnis. Sogar die Schulgemeinschaft nimmt Anteil – als Publikum am Reisepräsentationsabend und indem der Schulverein, der Cafeteriaverein und der Verein zur Förderung von Schulreisen an klassische Stätten e.V. die Reisen auch finanziell unterstützen.





